Die diebische Nonne




Der Traum zeigt uns ein starkes Verlangen, bestimmte Regeln und Gesetze zu umgehen. Die ausschlaggebenden Bilder sind die Nonne und der Safe, das Kloster und das Schloß, die Nonne und der Kardinal.
Die Nonne ist der allgemeinen Meinung nach eine schwacher Mensch, der nur unter irgendeinem teuflischen Einfluß einen Diebstahl ausführen kann.
Ein Heiliger und ein Frevler stehen sich im Kloster gegenüber, einem Ort, der seit jeher geteilte Meinungen hervorruft, da er für niemanden zugänglich ist. Ein Kloster, das sich in ein mittelalterliches Schloß verwandelt, Festung und Phantasieort, obskure und bösartige Ereignisse.
Der Traum stellt den innigen Wunsch dar, etwas Verbotenes zu machen. Das Mädchen sieht sich im Traum als Nonne und raubt das Gold und macht die verbotene Tat somit beinahe zur Gotteslästererei.

Es gibt noch mehr interessante, zu analysierende Elemente, die dem verbotenen Unternehmen eine erotische Note verleihen.

Der Safe beinhaltet und bewahrt auf und ist somit ein Symbol der Weiblichkeit. Die Entdeckung und das Urteil über die verbotene Tat stammen nicht, wie man annehmen würde, von der Oberin, sondern von einem Mann, einer gefürchteten Person, die die Sittlichkeit verkörpert. Der Richter, ein Kardinal, könnte der Vater sein.
Es gibt noch eine andere Schlüsselfigur: eine Frau, die ihr bei der Durchführung der verbotenen Tat behilflich ist.
Die drei Hauptkomponenten des Traumes sind die gewollte und begangene Sündentat, die Komplizin und ein Mann, der sie bestrafen könnte. Könnte es sich hierbei vielleicht um ein unbewußtes Verlangen nach einer homosexuellen Erfahrung handeln? Oder vielleicht um die erste sexuelle Erfahrung, die mit einer Freundin geteilt wird? Oder etwas anderes.
Silvia sollte auf die Signale des Traumes achten, um zu verstehen, was sie sich so sehr wünscht und was sie dazu zwingen will, etwas in ihren Augen Verbotenes zu unternehmen.
Es wäre sehr interessant, mehrere Träume miteinander vergleichen zu können und die Elemente herauszufischen, die auf die richtige Deutung hinweisen. Drei Dinge sind sehr interessant: das Übertreten einer katholischen Sittlichkeitsregel, die Gegenüberstellung von Mann und Frau, das starke unbewußte Verlangen, das vom Bewußtsein zensuriert wird (ich stahl für jemand anderen).